Dinge, die ich Opernfiguren DRINGEND mal sagen wollte:

Manchmal, wenn ich in einer Opernvorstellung sitze, ergreift das nur sehr mühsam zu unterbindende Bedürfnis von mir Besitz, mich einmischen zu müssen. Oder zumindest kurz aufzuspringen und laut etwas in das Geschehen zu brüllen. Bestimmten Protagonisten kurz mal meine Meinung zu sagen. Da das aber vermutlich auf Unverständnis beim Bühnenpersonal und den restlichen Zuschauern treffen würde, verkneife ich mir das weiterhin und notiere meine Botschaften lieber:

Papageno,

(Die Zauberflöte, Mozart)

du bist ein absoluter Spacko. Dein hohles Tollpatsch-Getue kann niemand ertragen! Das ist wirklich nicht lustig! Gar nicht! Dieses trottelige Herumgestolper und Geschwätze ist einfach nur doof. Nix „Stehts lustig, heissa hopsasa!“. Eigentlich geht es doch wieder mal nur darum, ein Vögelchen für #unnerum klar zu machen. Aber lieber Papageno, nur die dummen Hühner fliegen auf so einen Mist.


Pinkerton,

(Madama Butterfly, Puccini)

du bist ein ekelhafter Vollidiot! Eine Frau in Japan mit einem Haus zu kaufen, die auch noch selbst sagt, sie sei erst 15 Jahre alt, dann ab in die Kiste und Ciao Kakao?!?! Und dann plötzlich nach Jahren wieder auftauchen, Angst haben, mit ihr zu reden, das gemeinsame Kind einkassieren und abdampfen. Dafür würde ich dir gerne gezielt kräftig in die Eier treten. Mehrmals. Selten so einen charakterschwachen Deppen auf der Bühne getroffen. Schäm dich.


Lucia di Lammermoor,

(Lucia di Lammermoor, Donizetti)

ein guter Psychiater und ein paar lustige Pillen hätte uns allen so einiges erspart. Du weißt schon, wovon ich spreche. (Aber die Wahnsinns-Arie würde ich dann trotzdem gerne noch hören!)


Wotan,

(Die Walküre, Der Ring des Nibelungen, Wagner)

never fuck the company. Oder besser gesagt: Wotan, wahre deine Work-Life-Balance. Belasse das Begatten bei deiner Betrauten. Göttinnen grämen grausam.  Auch dem Obergott. Dann wäre alles viel einfacher gewesen, da bin ich mir sicher.


Erda,

(Der Ring der Nibelungen, Wagner)

du bist wirklich eine meiner liebsten Opern-Frauen. Bei unserer ersten Begegnung im Rheingold hätte ich dir gerne einfach nur gesagt: „Immer wenn du hungrig bist, wirst du zur Diva. Hier ein Snickers!“ Man muss doch nicht immer gleich Tod, Teufel und den Weltuntergang prophezeien?

Bei deinem Auftritt in Siegfried warte ich immer darauf, dass du mit deinem Zeigefinger vor Wotans Gesicht herumfuchtelst, wie eine richtige Diva mit verletztem Stolz (meine Regie-Idee!) und ihm einfach mal klar sagst: „Für dein Gejammer weckst zu mich auf?!? Und dann erzählst du mir noch, dass du meine Tochter verzaubert hast??!? Erst Denken, dann Herrschen. Selbst verbockt.“


Schon mal über folgende Dinge nachgedacht,

Don Giovanni:

(Don Giovanni, Mozart)

Du lässt Liste darüber führen, wie viele Frauen du in welchem Land flachgelegt hast (kurze Zwischenfrage: Kompensiert da jemand etwas? Kleiner Penis?), schaffst es aber in der ganzen Oper nicht bei einer einzigen so richtig zu landen. Dafür bringst du aber versehentlich den Vater einer „Angebeteten“ um. Klasse Flirtstrategie, muss man schon sagen… Schon mal über einen Auftritt bei RTL gedacht? Da suchen die immer nach irren „Liebhabern“ für lustige Sendungen.

Achja, und da wäre dann noch die liebenswerte Köchin, die die drei Orangen bewacht. Wenn ich so indiskret fragen darf: Wie weit ist die Geschlechtsumwandlung denn schon?


Und wenn sie nicht gestorben sind, dann singen sie noch heute. Fortsetzung folgt. Zum Glück ist das Opernrepertoire ja voll mit irrem, abgedrehtem, liebestollen oder einfach nur dämlichen Personal, das nur darauf wartet, angepöbelt, aufgerüttelt oder angesülzt zu werden.

Was wolltet ihr Opernfiguren schon immer mal sagen? Schreibt es uns in die Kommentare, oder twittert es:

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2 Antworten

  1. hp sagt:

    Oh, Freud! Ste(h)ts lustig

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