Rudelchartrouletten mit Selena Gomez

Dieses Mal bei Chartroulette:

Dem neuen Opus Magnum von Selena Gomez „Revival“ ist man alleine nicht gewachsen. Und weil „chartrouletten“ (jetzt auch als Verb erhältlich) im Rudel viel mehr Spaß macht, haben sich gleich 4 Autoren aufgemacht, um für euch des Pudels Kern zu ergründen.

Viel Spaß!

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1. »Ein .gif sagt mehr als 1000 Bilder«

von Lukas Manke

via GIPHY

2. »Beschreibe das Album und benutze folgende Worte: Alice Schwarzer, Orgasmus, Lyoner«

von Laura Wikert

Ohgott. Bitte nicht noch so eine „Ich-war-ein-Disneystar-und-sitze-jetzt-nackt-auf-Abrissbirnen“-Trulla.

Mein erster Gedanke, als ich auserkoren wurde, eine Kritik zum neuen Album „Revival“ von Selena Gomez zu schreiben. Also Popo zusammen kneiffen und ab geht’s:

Erst kürzlich erzählte mir ein Komillitone von einem spannenden Selbstversuch. Er hörte eine Zeit lang jeden Tag drei Mal das neuste Helene-Fischer-Album, um zu erforschen, ob man sich Musikgeschmack auch antrainieren könne bzw. abtrainieren. Sein Ergebnis: Die CD steckt heute noch in seinem Autoradio!!!!!

Diese Geschichte ließ mich das Schlimmste befürchten. Zu meinem eigenen Schutz entschied ich daher, nur ein paar Highlights dieses Albums anzuhören. (Musikgeschmack sollte man unter Naturschutz stellen, finde ich übrigens.) Sicher ist sicher.

Also, zurück zum Thema: „Play“ drücken.

1. REVIVAL

Puh, erstmal eine Ansage wie aus einem pubertären Poesiealbum. Dazu Meeresrauschen, das verdächtig nach meiner Autogenes-Training-CD zum Einschlafen klingt. Danach folgt schummeriges elektronisches Lounge-Geplänkel. Stört nicht. Bereichert auch nicht.

Und nach dem ersten Song hat auch der letzte Vollidiot verstanden: Hier geht es um Selenas REVIVAL. Das Wort fällt in diesem Song ganz genau 18 Mal. Und ich dachte, meine Mutter hätte sich früher oft wiederholt, wenn ich mein Zimmer nicht aufgeräumt hatte…

Da Selena G. [Anmerkung d. Redaktion beim Layouten: G-Punkt, höhö *kicher*] mir nun mit dem Holzhammer mitgeteilt hatte, dass sie eine Wiedererweckung erlebte, musste ich doch kurz recherchieren: AHA. Selena Gomez will sich mit der Platte von ihrer Disney-Vergangenheit distanzieren und sich reif und musikalisch erwachsen zeigen. Also doch, wie befürchtet: Noch eine Disney-Emanze. Und tatsächlich ist sie auf dem Album-Cover auch nackt. Volles Emanzipationsprogramm eben, vielleicht nur nicht ganz mit der Abrissbirne.

2. KILL ´EM WITH KINDNESS

Nächster Track: Klingt nach David-Getto-Remix. Und auch hier im Mittelpunkt eine T O L L E Lebenweisheit im Club-tauglichen Format:

»The world can be a nasty place

You know it, I know it, yeah

We don’t have to fall from grace

Put down the weapons you fight with

Kill ´em with kindness«

Mensch, ich wusste ja garnicht, dass man bei Disney so unglaublich weise werden kann.

Vor meinem inneren Auge jetzt: Besoffene Jugendliche tanzen im Club dazu. Sehr charmant, und sicher ganz die Idee von Selena Gomez.

4. SAME OLD LOVE

Das darf natürlich auf keinem ernst zu nehmenden Erwachsen-werde-Album fehlen: Ein Song über seinen möglichst prominenten Ex-Freund (in diesem Falle geht es um Justin Bieber, liebe Nicht-Bravo-Leser). Die Künstlerin hat also keine Lust mehr in Interviews nach ihrem Verflossenen gefragt zu werden und hat ihre Botschaft auch noch mit eingängigen Beats unterlegt. Ob sie das wohl bei Stefan Raabs „Rabigramm“ klaute?

6. GOOD FOR YOU

Ziemlich ähnliche melodramatische-kuschelelektro Nummern über verschiedene Phasen im elenden Männer-Frauen-Drama. In „Sober“ wird ausgiebig im Trennungsdrama gebadet. Irgendwann muss das ja auch kommen, schließlich muss man sein Publikum ja auch thematisch bedienen. Bei „GOOD FOR YOU“ hat sich Selena ein paar supercoole Rap-Kumpels an den Start geholt.

»Gonna wear that dress you like, skin-tight (…) Cause I just wanna look good for you, good for you«

Danke, Selena. Endlich sagt das mal eine Frau: Bitches machen sich nur für die heißen Boys zurecht und so. (Ich höre Alice Schwarzer in der Ferne laut schluchzen und dabei Texte von King Orgasmus One verlesen.)

An dieser Stelle hatte ich genug davon.

FAZIT:

Ihr könnt den Quark gerne selbst fertig hören. Ist nicht ganz so grausam, wie Helene Fischer. Ihr könntet es aber auch lassen und einfach nur die nackte Selena Gomez auf dem Albumcover ansabbern (ja, die ist schon Ü18, keine Sorge). Irgendwo werdet ihr sowieso unbemerkt und wehrlos mit dieser Musik beschallt: In der hippen Bar nebenan, in der manchmal total angesagte Musik läuft, im Fitnessstudio oder bei Edeka an der Wursttheke. Stört auch garantiert nicht beim Lyoner-Einkaufen.

3. »Sag es mit einem Bild!«

von Juana Zimmermann

Gomez Chartroulette -1 Gomez Chartroulette

 

4. »Und zum Schluss was auf’s Ohr«

von Sebastian Herold

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Holger Kurtz

hat auf Anliegen seiner Eltern („Mach doch besser was solides, Junge“) von BWL zu Musikmanagement an der Universität des Saarlandes gewechselt.
Dort hat er nach 323 Kaffees seinen Bachelor of Arts bestanden und studiert nun Musik- und Kulturmanagement (M.A.) in München.

Mit seinen biblischen 24 Jahren hat er bereits alles erlebt und kennt das Internet noch aus der Zeit, als es noch schwarz-weiss war.
Hört leidenschaftlich gerne Blues und ernste Musik. Die nmz wurde auf ihn aufmerksam, als er die nmz auf Twitte verbrannte und brennt selbst für Musikvermittlung. „Journalismus ist meine Kippe, aber Musik mein Nikotin.“ Peace I’m out.

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