Klassisch ausgekontert 2:0 – Überall Pfeifen

Fußball und klassische Musik…

(Wie) passt das denn zusammen?! Viel mehr als es auf den ersten Blick scheint!
Die Gemeinsamkeiten zeige ich euch in dieser Miniserie. Gespickt sind meine Beiträge mit selten ganz korrekten Fußball-Zitaten, die so oder gar nicht so ähnlich Eingang in den Volksmund gefunden haben.

„Ich habe fertig“

Philipp Krechlak

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TEIL II

„Wien oder Berlin, Hauptsache Deutschland.“

Andreas Möller

 

In Deutschland gilt Fußball als Kulturgut, für einige ist es auch Ersatzreligion. Wir haben hier nicht nur eine der besten Fußball-Ligen der Welt, sondern ebenfalls eine enorm breite Basis im Amateurbereich. Jedes noch so kleine Kaff hat seinen eigenen Verein von Rasenquälern und identifiziert sich damit. Zumindest hat man dadurch einen Grund mehr, auch am Sonntag Nachmittag einzwei Halbe Bier zu trinken.

Analog dazu haben wir in Deutschland aber auch eine weltweit beneidete, unglaubliche Orchesterdichte: Etwa ein Viertel der global verteilten 600 Profi-Orchester probt und konzertiert bei uns. Auch Laienorchester gibt es hierzulande zuhauf: An Schulen, Unis, als Liebhabervereine und – wenn man ein Auge zudrückt – in fast jedem Dorf als Musikvereine und Posaunenchöre.
Gerald Mertens, der Geschäftsführer der Deutschen Orchester Vereinigung (kurz: DOV) hat das in einem lesenswerten Interview wunderbar verknappt:

„Deutschland ist, wenn man mit dem Fahrrad in zehn Minuten zur Zauberflöte fahren kann“.

 

Damit drückt er NICHT seine Bewunderung aus für die Schiris beim Grottenkick um’s Eck… könnte aber auch sein.

Und wenn wir schon am vergleichen sind: Wie schaut das mit den Zuschauern aus? Ein kleiner Funfact* aus der Reihe „Äpfel und Dirnen“, der der gefühlten (Medien)realität und Omnipräsenz von Fußball widerspricht:

Etwa 17 Mio. Zuschauer ziehen die 1. und 2. Bundesliga in einer Spielzeit in die Stadien, knappe 32 Mio. Menschen besuchen pro Saison Sinfoniekonzerte und Theater. Ist also „Hoch“kultur doch die eigentliche Popkultur (i.S.v. populär, beliebt)? Holgers Versuch, Klassik als neue hippe Jugendkultur zu etablieren, also unnötig? Würde ich weit ausholen wollen, würde ich euch auf den super-interessanten Vortrag von Jan Brachmann (FAZ) verweisen, aber wir haben alle ja keine Zeit, daher an dieser Stelle nur das tl;dr:

Publikumsmasse ist keine relevante Messgröße, sondern der gesellschaftliche Einfluss dieser Gruppe.

 

Viel interessanter aber wäre eh, wie es mit dem jeweiligen Gesamt-Bierkonsum in Hektolitern aussieht. Der Deutsche Brauer-Bund hat uns leider nicht geantwortet. Naja, wir haben auch nicht gefragt…

 

* Diesen Funfact gibt es auch als schön aufbereitete Infografik. So ist er zumindest irgendwann in den letzten Monaten durch meine Facebook- oder Twitter-Timeline gerauscht. Ich habe eine verzweifelte, aber leider ergebnislose Suche danach hinter mir. Dennoch: danke an alle (bloginternen) Unterstützer, aber vor allem an die großartige & hilfsbereite @sinnundverstand, die jetzt & hier wie versprochen Erwähnung findet! <3

Das Angebot steht übrigens noch 😉

Philipp Krechlak

Intelligent, charmant, gut aussehend, sportlich, aber vor allem eins: bescheiden.
Exilschwabe, zunächst im Saarland, jetzt in der (Kur)pfalz.
War naiv genug zu glauben, dass mit dem Ende des Studiums (Wirtschaftsmathe in UL, Musikmanagement in SB) und dem Arbeitsalltag (Orchestermanagement in LU, jetzt MA) der Ernst des Lebens beginnt.

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