Dear @sarahwillis,…

… du hast vollkommen recht:

Unsere Photoshop-Skills sind erbärmlich: Die Schriftart erinnert nur entfernt an die von Twitter, das Datum haben wir halbherzig raus retouchiert und „dein“ Tweet ist auf unserem Blog nur als Screenshot zu sehen.

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Aber vor allem sollte jedem klar sein, dass es keinen Tweet von dir geben kann, wenn ihr keine Handys mit an den Wahlort nehmen dürft.

Es GAB schlicht und ergreifend keinen Fake-Tweet, sondern nur eine allerbilligste Kopie davon! Mit einem simplen Kontrollbesuch auf deinem Twitterprofil wäre die Ente enttarnt gewesen.

Auch dem TAGESSPIEGEL müssen wir widersprechen:

„Für Aufregung sorgt am späten Nachmittag eine Nachricht bei Twitter, die angeblich von der Hornistin Sarah Willis abgesetzt wurde. Sie verkündet den Sieg von Andris Nelsons bei der Abstimmung. Das Orchester lässt umgehend dementieren, die Homepage von Willis ist zeitweise nicht zu erreichen, der Account der Musikerin war zum Absenden der Ente wohl gehackt worden.“

(Zumindest) wir haben deinen Account nicht angerührt.

Wir haben den Artikel ad hoc geschrieben, um den wahnsinnigen Medien-Hype der letzten Tage, ja: Wochen zu konterkarieren; für unsere kleine eingeschworene Fangemeinde, die Musik – mit allem drumherum – toll findet und unterhaltsam bis satirisch von uns auf dem Laufenden gehalten wird. Jeder, der mehr als drei Minuten unser Blog, unseren Twitter- und Facebookkanal beobachtet, wird feststellen können, dass wir die Letzten sind, die

a) von eurem neuen Chefdirigenten wissen können und

b) ernsthaft darüber berichten würden.

Wir dachten, dass in einer Post-Postillon-Phase und nach Jan Böhmermanns #varoufakefakefakefakefake so etwas nicht passieren könnte, nicht wieder passieren würde. Dass es dann doch (wieder) dazu gekommen ist, liegt sehr stark an der Gier der Menschen nach Echtzeit und den Medien, die diesem Druck auf Kosten der Wahrheit hin und wieder nachgeben.

Dass dann u.a. BR Klassik, Gramophone, classicalmusicmagazine.org – anscheinend lief auch was bei hr2 kultur (wir sammeln weiter) –  darauf hereinfallen,… ehrlich gesagt: wir haben es irre gefeiert, aber damit gerechnet haben wir ab-so-lut nicht.

Liebe @sarahwillis, noch einmal: wir entschuldigen uns für alle dir eventuell entstandenen Unannehmlichkeiten!
Wäre dein Handy nicht ausgeschaltet, hätten wir dich natürlich vorgewarnt.

Denn letztendlich verfolgen wir doch das gleiche Ziel: Menschen für (klassische) Musik begeistern! Gerne darfst du in einem Gastbeitrag (Text/Video/Audio) hier alles klarstellen und/oder unser Blog als das Schlimmste bezeichnen seit Erfindung des alkoholfreien Bieres. Wir sind aber auch für (fast) alles andere offen.

Herzlichste Grüße

Die Redaktion von musik-mitallemundvielscharf.de

Philipp Krechlak

Intelligent, charmant, gut aussehend, sportlich, aber vor allem eins: bescheiden. Exilschwabe, zunächst im Saarland, jetzt in der (Kur)pfalz. War naiv genug zu glauben, dass mit dem Ende des Studiums (Wirtschaftsmathe in UL, Musikmanagement in SB) und dem Arbeitsalltag (Orchestermanagement in LU, jetzt MA) der Ernst des Lebens beginnt.

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