Klassisch ausgekontert 1:0 – Fangesänge im Finale

Fußball und klassische Musik…

(Wie) passt das denn zusammen?! Viel mehr als es auf den ersten Blick scheint!
Die Gemeinsamkeiten zeige ich euch in dieser Miniserie. Gespickt sind meine Beiträge mit selten ganz korrekten Fußball-Zitaten, die so oder gar nicht so ähnlich Eingang in den Volksmund gefunden haben.

„Ich habe fertig“

Philipp Krechlak

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TEIL I

„Ein Konzert dauert 90 Minuten und am Ende klatschen immer die Zuschauer.“

Gary Lineker

Zugegeben, ein Sinfoniekonzert dauert nicht immer exakt 90 Minuten. Aber subjektiv gefühlt hat sich doch eine durchschnittliche Spielzeit von anderthalb Stunden etabliert. Diese wird – wie beim Fußball – ziemlich mittig durch eine etwa 15-minütige Pause getrennt.
Und wie im Fußball kann es natürlich Verlängerung geben:

Zum Beispiel am Ende der ersten Hälfte, in der meistens zwei kürzere Werke gespielt werden. Vor dem zweiten Stück gesellt sich in 99% der Fälle ein Solist zum Orchester (in 99,9% leider auf Geige, Cello oder Klavier beschränkt). Wenn das Publikum vom Vortrag begeistert war, gibt’s in 99,99% noch eine „völlig unerwartete“ Solo-Zugabe obendrauf.

Oder etwa, wenn Gustav Mahlers 2. Sinfonie auf dem Programm steht: Wundervoll-geiler Scheiß, aber nichts für Menschen mit schwacher Blase oder Hämorrhoiden. Selbst mit 3 Espresso Doppio intus schafft kein Dirigent „Mahler 2“ unter 90 Minuten.
Nicht umsonst trägt das abendfüllende Werk den Beinamen Auferstehungssinfonie. So fühlen sich nämlich die eingeschlafenen Füße beim Verlassen des Saales an.

„WAS ERLAUBEN DIRIGEEEEEEENT?“

Giovanni Trapattoni

Mächtiger geht’s da nur noch bei Wagner zu: Dezente 16 Stunden dauert sein Opus Magnum, der Ring des Nibelungen.

„Die ersten 90 Minuten sind die schwersten.“

(Bobby Robson)

Am Stück stellt der “Ring” eine Singularität im Raum-Zeit-Gefüge dar. Verteilt auf vier „Abende“ – meist beginnend um 16 Uhr mit 2 einstündigen Pausen, um Musiker und Publikum zu revitalisieren – zehrt er die Hälfte des Jahresurlaubs auf.
Aber ich schweife ab….

Zum vorläufigen Schluss noch ein kleiner Profitipp.
Sowohl beim Fußball als auch im Konzert ist Geduld am Ende wichtig. Bitte nicht zu früh feiern:

Philipp Krechlak

Intelligent, charmant, gut aussehend, sportlich, aber vor allem eins: bescheiden.
Exilschwabe, zunächst im Saarland, jetzt in der (Kur)pfalz.
War naiv genug zu glauben, dass mit dem Ende des Studiums (Wirtschaftsmathe in UL, Musikmanagement in SB) und dem Arbeitsalltag (Orchestermanagement in LU, jetzt MA) der Ernst des Lebens beginnt.

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1 Antwort

  1. Tery Whenett sagt:

    Abgesehen davon wurde die Champions League-Hymne von Händels Zadok the Priest inspiriert. Die Ähnlichkeit ist nicht zu verleugnen:

    https://www.youtube.com/watch?v=vnXXNm9qPKg

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